Ghibellinia wurde am 22. Februar 1845 als wissenschaftlich-patriotisches Kränzchen von Cameralisten gegründet, die aus Mitgliedern der Walhalla und Alemannia hervorgegangen waren. Der Bund hiess Waiblingia. Den Farben des
Hohenstaufengeschlechts (schwarz-gold) fügte er als dritte das grün hinzu und nannte sich fürderhin Ghibellinia. Die Bezeichnung Waiblinger blieb jedoch im internen Gebrauch bis zur Gegegnwart üblich.
Nach kurzer Vertagung
(1862-67) begann mit der Wiederaufmachung der Ghibellinia als Landsmannschaft eine bedeutsame Periode der Waiblinger, die mit der Gründung des Landsmannschafterverbandes im Jahre 1868 ihren Höhepunkt erreichte und die von
Ghibellinia ihren Ursprung nahm. Durch den berühmt gewordenen Brief Ghibellinias an die Landsmannschaft Teutonia Halle vom 2. Juli 1867 zwecks Anbahnung eines Freundschaftsverhältnisses erfolgte der als “maßgebliche Anregung” in
die Bundes-, Verbands- und Studentengeschichte eingegangene Schritt zur Bildung des Allgemeinen Deutschen Landsmannschafter-Conventes, später CLC genannt. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs erlebte Ghibellinia einen stetigen
Aufstieg. Im Goldkartell, das bereits vor der Verbandsgründung bestand, pflegte Ghibellinia die alte Freundschaft. Als man nach Zwistigkeiten aus dem CLC austrat und vorübergehend den Arnstädter LC gründete lebte das Goldkartell in
den Bünden Pomerania, Palaio-Silesia und Ghibellinia fort. Seitdem bezeichnet man diese Verbindungen auch als das “Innere Goldkartell”.
1896 baute sich Ghibellinia ein Verbindungshaus in der Gartenstrasse, welches kurz vor dem
ersten Weltkrieg umgebaut wurde -markant wegen seiner Tübinger Giebelform.